Was Sie über Rechtsanwaltsgebühren wissen sollten!

Zu der Ermittlung der Rechtsanwaltsgebühren gibt es einiges Wissenwertes.

Kontrolle bei der Rechtsanwaltskammer

Die von einem Rechtsanwalt festgesetzten Gebühren kann ein Mandant, wenn er die Richtigkeit der Berechnungen in Zweifel stellt auch von der Rechtsanwaltskammer überprüfen lassen. Die jeweils zuständige Rechtsanwaltskammer kann meist aus dem örtlichen Telefonbuch entnommen werden. Einige Kammern arbeiten jedoch nur als Gutachter für das Gericht und werden erst im Klagefall tätig. Hier bleibt nur die Möglichkeit, die Rechnung unter Verursachung neuer Kosten durch einen anderen Rechtsanwalt überprüfen zu lassen.

Rechtsanwalt am anderen Gerichtsstand

Bei der Wahl des Rechtsanwaltes sollten Sie auch beachten, an welchem Ort die Streitsache gerichtlich ausgetragen werden muss (Gerichtsstand). Der Anwalt kann nämlich bei Auftreten vor einem Gericht, welches nicht in seinem Landgerichtsbezirk liegt, mit der Vertretung im Gerichtstermin entweder einen dort ansässigen Rechtsanwalt beauftragen (die hierfür anfallenden Kosten trägt der Mandant) oder aber die Fahrt- und Übernachtungskosten sowie ein Abwesenheitsgeld verlangen.
Dies sind Kosten, die nicht in jedem Fall auf die unterliegenden Seite abgewälzt werden können. Soweit es möglich ist, sollte man also einen Rechtsanwalt am Gerichtsstand des jeweiligen Beklagten beauftragen.

Rahmengebühren

In einigen Fällen ist durch das RVG vorgesehen, dass der Rechtsanwalt sogenannte Rahmengebühren festsetzen kann. Hierbei ist die Höhe der Gebühren nicht von vornherein durch das Gesetz bestimmt, sondern richtet sich danach, wie schwierig oder umfangreich die Ermittlung der Rechtslage und die Bearbeitung ist.
Der Anwalt kann hier selbst bestimmen, wo er sich im Gebührenrahmen bewegt.
Rahmengebühren gibt es zum Beispiel bei den Gebühren für die einfache rechtliche Beratung (Geschäfts- und Besprechungsgebühr) oder im Strafverfahren.
So kann die Gebühr für eine bloße Besprechung mit dem Mandanten, ohne rechtliche Schwierigkeiten nur eine 0,1 - Gebühr anfallen.
Der Regelfall, also ein einfacher Fall mit unkomplizierter rechtlicher Würdigung wird mit 0,55 einer Gebühr bei Beratung des Mandanten und 1,3 einer Gebühr bei Tätigkeit des Anwaltes nach außen bewertet. In ganz schwierigen Fällen kann der Rechtsanwalt den Rahmen voll ausschöpfen. So kann er seit dem 01.07.2004 bis zu 2,5 Gebühren verlangen.
Die Gebühren fallen - außer im Strafrecht - jedoch nicht für jeden Termin, jedes Telefonat oder jeden Brief an, sondern nur einmal für den gesamten Streitgegenstand.

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